Historie

Hier können die Besucher unserer Seiten sich über die Geschichte des Moorburger TSV informieren. In Wort und Bild werden wir hier beschreiben was seit der Gründung des Vereins im Jahre 1897 geschehen ist. Viel Spaß beim stöbern.

Zu einer Zeit, in der der Sport noch in seinen kleinsten Kinderschuhen steckte und sich Männer zur sportlichen Betätigung bisher fast nur in Städten zusammenfanden, um einen Verein zu gründen, wurde auch bereits in Moorburg der Sportverein aus der Taufe gehoben. Im März 1897 wurde die Moorburger Turnerschaft "Gut Heil" gegründet. Sie ist somit einer der ersten Sportvereine, der in einem kleinen Ort mit überwiegend ländlicher Bevölkerung ins Leben gerufen wurde. Gleich im Jahre der Gründung traten dem Verein

36 aktive Turner 2 Zöglinge und
38 Turnfreunde (passive Mitglieder)

bei. Wenn man die Namen dieser ersten Mitglieder liest, stellt man fest, dass diese in überwiegender Anzahl auch heute noch in Moorburg zu finden sind.
Man kann also sagen, dass die Entwicklung des Vereins stürmisch begann, wenn man es unter den Verhältnissen der damaligen Zeit betrachtet. Es wurden auch sofort Reck, Barren, Ringe, Sprunggestell, Seitpferd, Bälle und Bücher angeschafft und somit die Grundlage zur Ausübung des Turnens erstellt. Die nächsten größeren Ausgaben dienten allerdings nicht dem Sport direkt, sondern wurden mehr für äußeres Ansehen des Vereins verwendet. Bereits nach einem Jahr wurde eine Fahne für M 396,- angeschafft, hinzu kamen Fahnenschrank und Schärpen. Allein der Preis der Fahne überstieg den Gesamtbetrag für alle im Jahre 1897 gekauften Sportgeräte. In jener Zeit war es wohl unumgänglich, dass sich ein Verein um eine Fahne scharen musste. Die Fahnenweihe wurde dann am 30. 10. 1898 mit einem Turnfest gefeiert.
Zu Beginn des Jahres 1899 wurde ein Trommel- und Pfeifenkorps aufgestellt. Somit war nun recht viel für das Äußere des Vereins getan worden.
Recht bald wurde neben Turnen auch Leicht-athletik, Faustball und Fußball betrieben. Im Turnen, in der Leichtathletik und im Faustball wurden schon nach kurzer Zeit Wettkämpfe mit anderen Vereinen ausge-tragen. Wann jedoch im Fußball erstmals gegen andere Vereine angetreten wurde, ist nicht genau festzustellen. In den Kassenberichten sind ab 1903 laufend Ausgaben für Reparaturen der Fußbälle verzeichnet. Zu jener Zeit wurde jedoch mehrere Jahre, aus Ermangelung eines geeigneten Platzes, der Fußball nur intern im Verein getreten.
Das zehnjährige Bestehen wurde 1907 mit einem großen Sportfest mit anschließendem Festball gefeiert. An dem Riegenturnen, Knabenturnen und Turnspielen im Freien beteiligten sich folgende Vereine:

Harburg-Wien
Jahn Wilhelmsburg
Apensen sowie
Technik Buxtehude.


Der Fußball- und Faustballsport fand im Verein immer mehr Anhänger. Die Wiesen und ein Platz in Bostelbek, auf denen man bisher spielte, genügten auf keinen Fall Wettkampfansprüchen. So wurde am 18. 11. 1911 ein Gesuch an die Landherrenschaft gerichtet, zwecks Überlassung eines Geländes für einen Sportplatz. Der erste Weltkrieg verzögerte die Weiterentwicklung der Sportplatzfrage. Zuvor jedoch, am 24. 3. 1912, wurde das 15. Stiftungsfest unter Mitwirkung des Gesangvereins "Hammonia" und der Kapelle des Pionier-Bataillons 9 in Harburg, begangen.
Die Moorburger Turnerschaft "Gut Heil" war dem Deutschen Turnerbund angeschlossen. Im Jahre 1913 fanden sich in Moorburg Männer zusammen, die es mit ihrem Gewissen nicht vereinbaren konnten, die Leitmotive des DT gutzuheißen. Sie gründeten in Moorburg die Arbeiter-Turnerschaft. Seit 1913 existierten in Moorburg also zwei Sportvereine, in denen die gleichen Sportarten betrieben wurden. Nur die politische Gesinnung ließ es nicht zu, dass man sich in einem Verein zusammenfand.

1920 wurde eine Knabenabteilung aufgestellt und im Juni 1921 eine Damenabteilung gegründet. In beiden Vereinen nahm die sportliche Tätigkeit und Entwicklung einen großen Aufschwung. Der Fußball und der Faustball gewannen in den Vereinen immer mehr an Bedeutung. Er litt jedoch unter dem Fehlen eines Sportplatzes in Moorburg. Die Faustball-Punktspiele mussten auf dem Sportplatz Vahrenwinkel in Harburg durchgeführt werden. Fußball-Punktspiele konnten aus Ermangelung eines Sportplatzes noch nicht gemeldet werden. Beide Vereine spürten, wie nötig die Schaffung eines Sportplatzes war. Sie bildeten einen Ausschuss von acht Personen (4 je Verein), der sich nur der Sport- und Spielplatzfrage widmen sollte. Am 17. 5. 1920 trat dieser Ausschuss zum erstenmal zusammen. Ein gemeinsamer Fond wurde gebildet, in den beide Vereine laufend Beträge zur Schaffung des Sportplatzes abführten.
Der Ausschuss tagte unaufhörlich, mitunter zwei- bis dreimal in einer Woche. Es wurde beraten, organisiert und Pläne aufgestellt, um in Eigenarbeit vorwärtszukommen. Turnfeste, Blumentage und Tombolen wurden veranstaltet, deren Überschüsse für den Sportplatzbau verwandt wurden.
Diesen Männern ist es zu verdanken, dass in überwiegender Eigenarbeit, die viele Schwierigkeiten mit sich brachte, der Sportplatz in Moorburg erstand. Deshalb seien sie hier namentlich genannt: von der Turnerschaft "Gut Heil"

Otto Jonas, Otto Meyer, Heinrich Wellinghausen und Heinrich Hillermann;

von der Arbeiter-Turnerschaft

H. Boje, H. Effingen, H. Ritscher und W. Aldag.

Turnabteilung 1928

Der Sportplatz wurde ab 1921 nach und nach fertiggestellt und ebenso stückweise benutzt. Zuerst waren es die Turner, die Verankerungen für das Reck einbauten und bei gutem Wetter dort turnten. Ihnen folgten die Leichtathleten, und mit Fertigstellung der Spielfläche nahm der Fußball in Moorburg großen Aufschwung. Beide Vereine stellten mehrere Mannschaften, und Fußballspiel bereicherte nun an fast jedem Wochenende das Leben in Moorburg.
Das 25jährige Jubiläum wurde mit einem großen Sportfest und abends mit einer Doppelveranstaltung bei Lohmann und Cafe Bauer gefeiert. Dann folgte die schwere Zeit der Inflation. Aber auch sie wurde gemeistert. Beiträge und Überschüsse aus Veranstaltungen wurden sofort in Sportgeräte umgesetzt bzw. in krisenfestem Roggen angelegt.
Die Jugendarbeit wurde verstärkt. Es entstanden Knaben-, Schüler- und Mädchenriegen. Für diese wurden laufend reine Jugend-Turnfeste veranstaltet.
Nun folgten die Jahre, in denen die Fußballabteilungen in den Vereinen den Turnabteilungen ebenbürtig wurden, wenn nicht sogar noch mehr das Interesse der Aktiven fanden.
Im Jahre 1933 löste sich die Arbeiter-Turnerschaft in Moorburg auf und schloss sich der Moorburger Turnerschaft "Gut Heil" an. Man einigte sich auf die neuen Vereinsfarben Schwarz-weiß. Sportler mit den ehemaligen Farben Rot-weiß von "Gut Heil" und den Farben Grün-Gelb der Arbeiter-Turnerschaft waren jetzt vereinigt unter Schwarz-weiß.
Neben dem Fußball kam auch die Leichtathletik im Verein immer mehr zur Geltung. Einige Mitglieder hatten sich mit Herz und Seele dieser Sportart verschrieben. Sie gaben mit ihrem Beispiel den Ansporn für andere. Im Jahre 1935 wurde ein großer Leichtathletik-Wettkampf veranstaltet. Namhafte Spitzensportler aus Hamburg nahmen daran teil. Die Laufdisziplinen wurden auf dem Deich gestartet, der zu diesem Zweck extra für den Verkehr gesperrt wurde.
Der Moorburger Sportplatz wurde 1935 überholt. Nach der Instandsetzung war er wieder Mittelpunkt des Moorburger Sportgeschehens. An vielen Sportwettkämpfen und Ballspielen konnte sich die Moorburger Bevölkerung erfreuen, bis dann der zweite Weltkrieg wie überall auch in Moorburg allen Sport zum Erliegen brachte. In den ersten Jahren konnten die aktiven Mitglieder, die zur Wehrmacht eingezogen wurden, noch durch Flaksoldaten, die in Moorburg stationiert waren, ersetzt werden. Jedoch immer mehr Mitglieder wurden eingezogen, darunter auch der gesamte Vorstand. Der Krieg wurde in seinen Auswirkungen immer schrecklicher. Aller Sport wurde schließlich eingestellt. Viele Mitglieder mussten an den Fronten und in der Heimat ihr Leben lassen. Das Vereinslokal Lohmann wurde von Bomben zerstört, und viele Geräte gingen verloren. Auch der Vereinsschrank mit allen schriftlichen Unterlagen, wie die Protokolle der Jahre 1925 bis zum Krieg und der gesamte Schrift-verkehr, gingen verloren. Sogar der Sportplatz wurde durch mehrere Bombentreffer schwer beschädigt. Der letzte Vorsitzende Hermann Eckhof und viele seiner Helfer im Vorstand kehrten aus dem Kriege nicht zurück. Nach Kriegsende stand man vor einem Nichts. Jedes Vereinsleben hatte aufgehört. Jedoch nach kurzer Zeit riefen Männer die sportfreudige Jugend Moorburgs, und unter dem neuen Namen "Moorburger Turn- und Sportverein" setzte man die Vereinsarbeit der Moorburger Turnerschaft "Gut Heil" und der Arbeiter-Turnerschaft fort. In Moorburg schien man ausgehungert nach sportlicher Betätigung. Man begann sofort unter großer Beteiligung mit Fußball, erstmals mit Handball für Damen und Herren, mit Turnen sowie Leichtathletik. Turnen wurde in dem zerbombten Saal des ehemaligen Vereinslokals Lohmann durchgeführt. Es musste jedoch nach einiger Zeit eingestellt werden. Der Saal verfiel immer mehr und bot kaum noch Schutz vor Wind und Wetter. In Moorburg waren alle großen Säle ein Opfer der Bomben geworden. Es gab keine Gelegenheit, Sport unter Dach auszuüben. Aus diesem Grunde scheiterte außer dem Turnen, trotz des großen Interesses, auch der Aufbau einer Tischtennisabteilung. Der Ruf und Wunsch nach einer Turnhalle in Moorburg wurde immer lauter. Auch das Problem der Umzieh-und Waschgelegenheit bedurfte unbedingt einer Lösung. Die Spielfläche des Sportplatzes geriet durch dauernde Überschwemmungen in immer schlechteren Zustand. Dem konnte auch mit teilweisen Ausbesserungen nicht abgeholfen werden. Es war allen klar, dass nur durch Herstellung einer neuen sturmflutsicheren Spielfläche die Sportplatzfrage gelöst werden konnte. Diese drei großen Bedürfnisse für den Sport in Moorburg konnten vom Verein unmöglich allein aus der Welt geschaffen werden. Behörden und Verbände wurden mit immer neuen Bitten und Eingaben auf die Dringlichkeit zur Schaffung von Umziehmöglichkeit, Turnhalle und besserem Sportplatz hingewiesen. Trotz dieser Schwierigkeiten wurde jedoch das 60jährige Bestehen des Vereins zu einem glanzvollen Fest. Da das 50jährige Jubiläum infolge der Wirren der damaligen Zeit sozusagen untergegangen war, beschloss man, dieses, zumindest intern in Moorburg, im Jahre des 60jährigen Bestehens nachzuholen. Unter großer Anteilnahme der Moorburger Bevölkerung bestritt die Fußballabteilung den sportlichen Teil. Den Abschluss bildete ein großer Festball in allen Räumen des damaligen Vereinslokals Stubbe. Alle möglichen Räume, Vorder- und Hinterdiele, Pferdeställe und andere Räume wurden mit viel Arbeit und Improvisation in Festräume verwandelt. In drangvoller Enge und mit Tanz nach zwei Kapellen fanden die Veranstaltungen einen außerordentlich gelungenen Abschluss.

Moorburgs Meister Elf 1929

Von links: H. Wenst, O. Parke, R. Wittleben, O. Scharnhob, H. Ritscher, H. Meyer, W. Meyer, H. Meyer, W. Eckhof, W. Peters, W. Beckedorf

Anfang 1958 lebte dann auch der Damen-Handball wieder auf. Dadurch wurde es noch dringender, die Umziehfrage sowie den Bau einer Turnhalle und eines Sportplatzes voranzutreiben. Die Lösung dieser Probleme wurde dann jedoch durch ein Ereignis gefördert und beschleunigt, welches sich keiner von uns gewünscht hatte.
Am 17. Februar 1962 brach über Hamburg die größte Sturmflut seiner Geschichte herein und wurde, gemessen an ihren Auswirkungen an Menschenopfern und Sachschaden, zur gewaltigen Katastrophe. Moorburg lag mitten im Katastrophengebiet und wurde durch mehrere Deichbrüche vollkommen überflutet. Der Moorburger Sportverein verlor in dieser Flutnacht erneut so ziemlich alles, was er besaß.
Direkt am Sportplatz brach in großer Breite der Deich. Die Erdmassen des Sportplatzes mussten in erster Hilfe die Deichlücke schließen. Damit hatte der Sportverein außer seinen Sachwerten an Sportgeräten auch die Möglichkeit zur sportlichen Tätigkeit in Moorburg verloren. Der Moorburger Sportverein war sozusagen heimatlos geworden. Jeglicher Sportbetrieb in Moorburg war unterbrochen.
Der großen Katastrophe folgte eine spontane Hilfsaktion. Wir sind heute noch unseren Verbänden, den Behörden und unseren Nachbarvereinen dankbar, dass uns so unverzüglich und großartig geholfen wurde. Der Bau eines neuen Sportplatzes wurde sofort in Angriff genommen. Im September 1964 konnte dieser erstmalig bespielt werden. Gleichzeitig konnten wir zum Umziehen eine Baracke in Benutzung nehmen. Für diese Anschaffung haben wir dem Hamburger Fußball-Verband zu danken. Trotz all dieser Hilfe war jedoch die Zeit nach der Flutkatastrophe bis zur Herstellung des neuen Sportplatzes für den Moorburger Sportverein außerordentlich schwer. Fast alle Aktiven waren flutgeschädigt. Mit ihrer Habe war auch ihr Sportzeug verlorengegangen. 21/2 Jahre lang mussten sämtliche Herren-, Damen- und Jugendmannschaften Training und Spiele außerhalb Moorburgs absolvieren. Infolge der schlechten Verkehrsverbindung war dieses nicht immer einfach. Das damalige Durchhalten wurde jedoch mit der Erstellung des neuen Sportplatzes belohnt. Als dann nach zwei weiteren Jahren, im Herbst 1966, auch die neue Turnhalle in Benutzung genommen werden konnte, waren unsere großen Wünsche erfüllt. Uns wurden nun auch die Umziehräume der Turnhalle für unsere Ballspielabteilungen zur Verfügung gestellt. Somit waren auch hier Idealbedingungen geschaffen.
Mit der Turnhalle nahm der Sportbetrieb in Moorburg einen großen Aufschwung. Die Mitgliederzahl des Vereins erhöhte sich um mehr als das Zweifache auf über 450. Neue Abteilungen wie Turnen, Gymnastik und Tischtennis entstanden. Die Ausübung vieler Sportarten unter idealen Bedingungen war jetzt auch in Moorburg möglich. Anschaffung der benötigten Geräte und Gewinnung von Übungsleitern hatten dann zur Folge, dass sich die ganze Woche und auch am Wochenende reger Spielbetrieb in der Turnhalle sowie auf dem Sportplatz entwickelte.

Moorburgs Alte Herren (Traditionself) zum 60jährigen Jubiläum 1957 in Moorburg, Gegner Hausbruch.

von links: K. Leye. W. Peters, W. Beckedorf, H. Flemming, H. Stegmann, H. Holst, W. Rieken, O. Scharnhob, H. Brandt, H. Verhufen, H. Pauke, H. Kirsch, P. Flügge, 0. Schütt